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Kapitel 42
„Nahkampf am Silvesterabend“


* Lea *

„Och Mama....“ genervt trug ich die Kaffeetassen ins Wohnzimmer. Die Weihnachtsfeiertage waren gerade vorüber und Silvester stand bevor. Ich war jetzt seit 14 Tagen wieder in Deutschland und wollte eigentlich auch noch 2 Wochen bleiben, allerdings wollte ich auch gern Silvester mit meinen Freunden feiern.
„Du warst so lange weg.....du wirst es doch noch 2 Wochen aushalten oder?“
„Darum geht es doch gar nicht. Ich würde nur gern mit meinen Freunden ins Neue Jahr feiern.“ Ich bettelte sie an. Ich war zwar alt genug, um meine eigenen Entscheidungen zu treffen, aber ich tat nur ungern etwas, was meine Eltern nicht auch unterstützten.
„Na wenns unbedingt sein muss....“ meine Mutter gab schließlich klein bei wie sie es eigentlich immer tat, wenn ich nur lang genug nervte. Einige Tage später fand ich mich auf dem Bahnhof in Garmisch – Partenkirchen wieder.
„Verflucht...irgendwo muss doch dieses verdammte Hotel sein...“ Ich kramte meinen Plan heraus und drehte ihn einige male, bevor ich meine Lage ausfindig machen konnte.
„Kan I dir vielleicht helfe?“ Oh Gott was war das denn? Ich senkte meinen Plan, um zu sehen wer da vor mir stand. Hilfe....das ist doch einer von den Ösis....wie hieß der doch gleich.....Morgenstern! Genau Thomas Morgenstern grinste mich dümmlich an.
„Ehm....eigentlich...“ vielleicht sollte ich doch besser Jussi oder irgendwen fragen, ob er mich nicht vielleicht abholen kann.
„I hab di scho mal g`sehn“ er überlegte eine Weile und schließlich fiel der Groschen. „Ahh du bist doch immer bei den Finnen oder?“ Ich nickte stumm und antwortete schließlich. „Ja und ich wollt grad Jussi Hautamäki anrufen, damit er mich abholt.“ hoffentlich verschwindet er bald mal.
„Joa mai.....mir könn´ di a mitnähm.“ bevor ich mich wehren konnte, verschwand er auch schon mit meinem Koffer Richtung Ausgang. Hat er grad wir gesagt? Ich lief ihm so schnell es ging hinterher – ehm – ich lief natürlich meinem Koffer hinterher – und sah auch schon das Elend. Da standen noch zwei andere Ösis. Mein Koffer war bereits in ihrem silbernen Van verschwunden. Also hatte ich wohl keine Wahl und stieg ebenfalls in den Van.
„So da simma.“ Zum Glück - der Albtraum hatte endlich ein Ende. Ich nahm ihm meinen Koffer ab, bedankte mich und verschwand auf dem schnellsten Weg im Hotel. Hoffentlich hat mich niemand gesehen – schon gar nicht Sara, denn sie würde mich wohl ewig damit aufziehen, dass ich mit den Ösis mitgefahren bin. Sie schienen auch nicht in diesem Hotel untergebracht zu sein, denn der silberne Van war bereits verschwunden, als ich in der Lobby stand und auf meinen Zimmerschlüssel wartete.
„Hallo. Wir haben uns ja lange nicht mehr gesehen.“ Ich drehte mich um und blickte direkt in Jernej Damjan`s grinsendes Gesicht. Auch das noch - so viel Pech an einem Tag kann man doch gar nicht haben.
„Ehm ja....Hi.“
„So ihre Zimmerschlüssel.“ Der Rezeptionsmensch reichte mir die Schlüssel. Meine Rettung. Nix wie weg. „Sorry....aber ich bin hundemüde“ log ich und verschwand Richtung Aufzug. Erleichtert lehnte ich mich gegen den Spiegel im Aufzug und fuhr in den dritten Stock. Dort angekommen, schaute ich erst mal den Flur entlang, nicht dass hier noch ein unerwünschter Besucher rumhing. Aber es schien alles frei zu sein und ich machte mich auf die Suche nach meinem Zimmer.
„Aua....“ irgendjemand kam aus einem Zimmer gestürmt, an dem ich gerade vorbei lief und rannte mich um, so dass ich auf meinem Hintern landete. „Oh tut mir....Lea?“ ich sah den Unglücksvogel an. „Hi.“ begrüßte ich Björn schließlich. Er reichte mir die Hand und half mir hoch.
„Was machst du denn hier? Sara hat gar nicht erwähnt, dass du herkommst.“
„Ja es weiß ja auch niemand....naja...außer Thomas Morgenstern, Jernej Damjan und jetzt auch du....“ Björn sah mich skeptisch an. „Hä? Naja ich muss jetzt auch dringend zum Bahnhof.“
„Was gibt’s denn da?“
„Diese Idioten vom Flughafen haben mein Beautycase nach Istanbul geschickt und es erst heut geschafft, es her zu schicken.“ wetterte Björn, bereits halb im Aufzug verschwindend. „Bis später“ verabschiedete er sich und verschwand auch schon. Björn ohne Accessoires....das ist wie Finnen ohne Vodka. Sowas geht nicht. Ein grinsen konnte ich mir nicht verkneifen, bevor ich mich schließlich wieder auf Zimmersuche machte.
„Endlich. 76.“ Erleichtert schloss ich das Zimmer auf und ließ mich auf das Bett fallen. Hach war das schön.....ein Hotelzimmer ganz für mich allein. Ich richtete mich auf und blickte aus dem Fenster. „Und dann auch noch die Schanze direkt vor der Nase.“

„Och nicht doch...“ ich drehte mich auf den Bauch und presste das Kopfkissen über meine Ohren. Es half nichts. Irgendjemand gab nicht auf, gegen meine Tür zu hämmern.
„Argh...“ genervt sprang ich vom Bett hoch und riss die Tür auf. „Wer stört?“
„Leeeeea!!!“ Jussi, Havu und Vellu standen vor der Tür. „Björn....diese Plaudertasche.“ fluchte ich. Jussi schaute mich schief an „Hä? Nee Thomas Morgenstern hat dich verraten. Wusste gar nich, dass du`s neuerdings mit Ösis hast.“ zwinkerte er.
„Ich hab`s auch nich mit Ösis...naja...kommt rein.“ Ich schaute auf meine Uhr. Oh schon 23 Uhr...habe ich so lange geschlafen? Gerade als ich die Tür schließen wollte kam Ville angelaufen. „Ehm...Lealein?“
„Ja Vililein?“ Ich schaute ihn skeptisch an. Wenn er schon so anfing, wollte er immer irgendwas....noch dazu stand er mit einer Reisetasche vor meiner Tür.
„Kann ich heute bei dir schlafen?“
„Was???? Warum? Wo hast du denn die letzten Tage verbracht?“
„Bei Matti.“ „Aber der Griesgram hat mich rausgeschmissen.“ flüsterte Ville.
„Oh man....“ seufzte ich und ließ Ville rein....was soll`s....ich konnte ihn ja schlecht draußen stehen lassen.

„Sorry bin schon verschwunden.“ flüsterte Ville nachdem er die Lampe vom Schrank gerissen hat und mich so um halb acht geweckt hat. Ich zog mir meine Decke über den Kopf....jetzt will ich noch nicht aufstehen. Eigentlich wollte ich mir die Quali heute anschauen, aber momentan war ich viel zu faul, um mich aus meinem Bett zu bewegen.

Gegen elf musste ich dann aber gezwungenermaßen....mein Magen machte sich nämlich bemerkbar. Ich streckte mich einmal und verschwand dann im Bad.
Bevor ich das Zimmer verließ, blickte ich noch einmal aus dem Fenster....ein Springer stürzte sich gerade die Schanze runter. Dann machte ich mich auf den Weg in den Frühstücksraum....hoffentlich gibt es so spät noch etwas.
Ich schlürfte in den großen Raum, der fast leer war. Nur vereinzelt saßen ein paar Leute....hey...war das am Fenster da hinten nicht Sara?
„Moi Saraaa!!“ rief ich ihr von weiten zu und winkte. Sara, die gerade noch verträumt aus dem Fenster starrte, zuckte zusammen. Allerdings drehte sich nicht nur Sara erschrocken um, sondern auch alle anderen anwesenden Personen. War wohl etwas zu laut gewesen....schnellstmöglich verkroch ich mich zu Sara an den Tisch.


* Sara *

Skeptisch musterte ich Lea, die verschlafen vor mir saß. Jussi hatte mir schon erzählt, dass die Österreicher sie mit zum Hotel genommen hatten, ausgerechnet die, wo Lea sie ja so gut leiden kann. Und ich dachte, wie würde lieber die Beulenpest ertragen, als auch nur fünf Minuten mit einem Österreicher im selben Raum zu sein. Ein bisschen eigenartig ist sie in letzter Zeit schon.
Ich schlürfte meinen Kaffee und verbrannte mir wieder die Lippe, verdammt nochmal. Das Zeug kühlt aber auch gar nicht ab.
Als Lea und ich an der Schanze ankamen, war die Quali schon in vollem Gange, das einzige was ich davon mitbekam, war das Anders am Ende führte. Ich freut mich wahnsinnig für ihn, denn er war wirklich ein ganz netter Kerl. Eigenartiger Aufstieg, den er da innerhalb von ein paar Monaten geschafft hat, aber definitiv verdient. Ich suchte Björn und fand ihn im Cateringzelt mit einer Tasse Tee in der Hand. Seit unserem Kuss gingen wir viel behutsamer miteinander um, lange hatten wir darüber geredet und uns darauf geeinigt, der ganzen Sache erstmal Ruhe zu gönnen. Ob was draus wird oder nicht, wird sich zeigen. In erster Linie wollte ich zwischen all den verkorksten Beziehungen der letzten Zeit erstmal verschnaufen. Ich empfinde viel für Björn, trotzdem wäre es nicht gut für uns beide, sich direkt wieder in etwas neues zu stürzen. Dazu war er mir zu wichtig. Außerdem sollte er sich lieber auf seine Sprünge konzentrieren als auf mich.
„Na Große“ er rutschte auf der Bank etwas beiseite, um mir Platz zu machen.
„Müde“ nuschelte ich und gähnte, als ich meinen Kopf an seine Brust legte. Nach einer Weile stubste Björn mich an „Lass uns ins Hotel fahren, heute Abend wird gefeiert.“ Auf dem Weg zum Bus stieß ich mit jemandem in finnischem Teamoutfit zusammen, komisch, den hatte ich noch nie gesehen.
„Hei Arttu! Bis nachher“ Björn gab ihm kurz die Hand und ging weiter während dieser Arttu mir nur kurz zunickte und dann ebenfalls seines Weges ging. Ich hängte mich wieder an Björns Arm und war bald darauf im Auto wieder eingeschlafen.
Punkt acht Uhr traf sich das norwegische Team in der Lobby des Hotels. Soweit ich wusste waren außer uns auch noch die Österreicher, Slowenen und Finnen hier, ansonsten aber keine weitere Mannschaft. Reicht ja auch... Björn und ich teilten uns zum ersten Mal in seit wir uns kennen ein Zimmer, was ich allerdings schon am Morgen bereut hatte, da Björn um halb sechs aufgestanden war und erst um kurz vor sieben wieder aus dem Bad kam. Aber so ist er nun mal, war ja zuhause auch nicht anders.
Wir gingen alle zusammen in den Speisesaal, wo eine kleine Silvesterparty für die Teams vorbereitet worden war. Muffi und ich schnappten uns einen Teller und stürzten uns aufs Buffet, während Björn und die anderen sich lieber der Flüssignahrung zuwanden.
„Hey, sieht man dich auch mal wieder?“ Matti tauchte plötzlich neben mir auf und umarmte mich.
„Zumindest weißt du jetzt, dass ich noch existiere“ Ich streckte ihm die Zunge raus und schob mir dann ein Würstchen in den Mund, mir knurrte schon seit Stunden der Magen.
Schließlich kamen auch noch Vellu, Jussi und Lea dazu und wir suchten uns einen Tisch, da Anders und ich nicht wussten, wohin mit unseren Tellern. Grinsend luden wir alles auf dem Tisch ab und ließen und dann fallen.
„Ich hab so Hunger.“ mampfte Muffi und grinste noch beim essen.
„Ich auch“ während ich mich durch meinen Berg Katoffelsalat kämpfte, bemerkte ich Mattis amüsierten Gesichtsausdruck.
„Ist was?“
„Nööö... Guten Hunger hast du.“
„Du bist ja bloß neidisch weil du das alles nicht essen darfst.“ stichelte ich und mampfte weiter. Es war schön, alle wieder um mich herum zu haben, auch wenn die Stimmung irgendwie gedrückt war. Zumindest bei den Finnen. Vellu sagte kaum ein Wort, ebensowenig wie Lea. Nur Jussi und Matti plapperten lebhaft mit Muffi über die Quali und den Gesamtstand der Vierschanzentournee. Anders sah mich etwas verwirrt an, er war ja nicht grad der gesprächigste Norweger und von zwei Finnen so zugetextet zu werden war wohl eine komplett neue Erfahrung für ihn.
Vollkommen sattgefuttert lehnte ich mich seufzend zurück und blickte durch den Raum, Björn saß mit den anderen Norwegern an der Bar, vom Trainer und den anderen war keine Spur zu sehen.
„Na wie läufts?“ Matti riss mich wieder aus den Gedanken, indem er mich anstubste.
„Wie läuft was?“
„Na du und Björn.“
„Seit wann läuft da was?“ ich sah ihn forschend an und fragte mich, welche Buschtrommeln er da wieder gehört hatte. Manchmal waren die Finnen viel zu gut informiert.
„Ich dachte nur, weil ihr euch ein Zimmer teilt.“ Matti schob einen Bierdeckel über den Tisch und starrte vor sich hin.
„Naja, mit irgendwem muss ich mir ein Zimmer teilen, letztes Jahr warst das du.“ Ich erinnerte mich irgendwie gern daran zurück, schließlich hatte ich mit Matti nicht nur Stress, es war auch ne schöne Zeit.
„Gutes Argument“ er zwinkerte mir zu und setzte dann sein Bier an die Lippen. Es war schön, wie gut wir uns wieder verstanden. Inzwischen war er wirklich einer meiner engsten Freunde. Vielleicht hätten wir von Anfang an dabei bleiben sollen, aber Erfahrungen müssen ja gemacht werden.
Ville setzte sich zu uns und schaute mich kurz an, er sagte jedoch nichts. Noch so eine Erfahrung, die ich machen musste. Zwischen uns war es immernoch ziemlich verkrampft, was wohl wirklich an mir lag, da ich jedem Gespräch mit ihm kategorisch aus dem Weg ging.
Nach einer Weile ging ich rüber zu Björn und den anderen, wohin auch Muffi schon längst geflüchtet war und nachdenklich vor sich hin starrte. Anders war wirklich einer von der ruhigeren Sorte. Björn legte einen Arm um mich und schaute mir kurz in die Augen. Im letzten Jahr hatte sich so viel zwischen uns verändert, ständig gab es Up´s und Down´s, ein einziges großes Chaos. Ich drückte kurz seine Hand und ging nochmal zum Buffet um mir dort ein Glas Bowle zu holen. Wie aus dem nichts stand auf einmal wieder dieser Finne vom Nachmittag neben mir.
„Hey... du gehörst zu den Norwegern, stimmts?“ er lächelte mich freundlich an und nahm sich ebenfalls ein Glas.
„Mal so, mal so.“ grinste ich und nippte an dem süßen Zeug. Sehr lecker.
„Ich bin Arttu.“ Er hielt mir die Hand hin und grinste mich an. Ohne zu zögern nahm ich seine Hand „Sara.“
„Du scheinst dich ja mit Matti sehr gut zu verstehen.“ Er zeigte mit dem Kopf kurz in die Richtung, in welcher der Tisch der Finnen stand.
„Sicher, ich kenn ihn ja auch gut genug.“ Arttu sah mich ein bisschen verwirrt an und füllte sein Glas nochmal nach. Ich griff gerade nach einer Scheibe Ananas, als ich sah, wie Thomas Morgenstern an uns vorbei schoss und Arttu mit der Schulter erwischte. Arttu fiel nach vorne und ich konnte uns beide nicht mehr abfangen. Ungebremst fiel ich rücklings auf den Boden, während ein erschrockenener Finne auf mir landete. Irgendetwas feuchtes triefte durch mein Shirt und lief meinen Oberkörper herunter. Ich kniff die Augen zusammen und seufzte. So ein Mist konnte auch nur mir passieren.
„Bist du okay?“ Ich sah nach oben und blickte in Björns besorgtes Gesicht, er stand genau hinter meinem Kopf.
„Wenn das aussieht, als wäre ich okay, sollte ich mir Sorgen machen.“ gequält grinste ich ihn an und sah dann wieder nach unten, wo Arttu immernoch auf mir lag. „Könntest du... eventuell..?“ Vollkommen verpeilt nickte Arttu heftig und versuchte sich aufzurappeln. Er spreizte seine Arme neben meinem Kopf und richtete sich auf. Doch ich fühlte einen Zug an meiner Hüfte, erschrocken sah ich zwischen uns und erkannte, dass sich unsere Gürtel verkantet haben. Auch das noch. Ich unterdrückte ein Lachen und griff zielstrebig und ohne weiter darüber nachzudenken zwischen uns, um das Problem zu lösen. Arttu hielt erstaunt die Luft an und folgte meiner Hand mit seinen Augen. Da erst wurde mir bewusst, wo ich mich oder eher meine Hand sich gerade befand. Unsicher betastete ich meinen Gürtel und versuchte herauszufinden, wie sich die beiden voneinander lösen ließen. Himmel, war mir das unangenehm, schließlich kannte ich Arttu erst seit 10 Minuten. Mir schoss das Blut in den Kopf und ich fühlte, wie meine Wangen begannen zu glühen.
Nach ein paar Sekunden waren wir endlich von einander befreit und ich atmete tief durch. Um uns herum stand das versammelte norwegische, finnische und österreichische Team und beobachtete uns neugierig.
Arttu entschuldigte sich tausend mal, während er sich aufrappelte und mir die Hand reichte um mich hoch zu ziehen. Mit einem Blick an mir herunter entdeckte ich einen riesigen pinken Fleck auf meinem weißen Shirt, den Arttus nachgefülltes Glas Bowle dort hinterlassen hatte. Super, das Teil war sauteuer.
„Tut mir wirklich leid.“ er kratzte sich verlegen am Hinterkopf, bevor er sich ein paar Servietten vom Tisch nahm und begann auf meinem Shirt herum zu tupfen. „Schon okay, ich mach das lieber selber.“ Ich nahm ihm das Papiertuch aus der Hand und erledigte den Job allein. Betreten standen wir voreinander, bis Björn mich schließlich auf die Tanzfläche zog und um mich herum wirbelte. Irgendwann zog ich mich auf unserem Zimmer nochmal um, das klebrige Zeug war doch ganz schön nervig.
Als ich wieder runterkam, wartete Björn schon an der Treppe auf mich „Beeil dich, es ist gleich zwölf.“ Er nahm meine Hand und zog mich nach draußen auf die Straße, wo alle anderen bereits versammelt waren. Björn hatte mir seine Jacke umgelegt und umarmte mich von hinten, während wir gespannt darauf warteten, dass die Raketen in den Himmel geschossen wurden.
„Happy new year, Kleine.“ nuschelte Björn in meine Haare, als es plötzlich laut um uns herum knallte und der Himmel hell erleuchtet war. Ich drehte meinen Kopf leicht seitlich und grinste ihn an „Frohes Neues.“
Ich umarmte auch noch die anderen Norweger und Finnen und so langsam wurde es draußen wieder ruhig. Alle Norweger mit Ausnahme von Björn hatten sich bald schon auf ihre Zimmer verzogen und auch von den anderen blieb kaum noch jemand. Nur Björn und ich standen draußen und sahen in den schwarzen Nachthimmel, bis wir uns sicher waren, dass wir keine Rakete mehr sehen würden. Ich nahm Björns Hand und wir schlenderten hoch in unser Zimmer, wo ich mich müde auf meine Häfte des Betts fallen ließ, während Björn im Bad war. Ich zog Shirt und Jeans aus und schlüpfte unter die Decke, kurz bevor er das Zimmer wieder betrat. Leise ging er um das Bett herum und schlug auf seiner Seite die Bettdecke zurück. Nachdem er sich hingelegt hatte kuschelte ich mich an seine Brust und sog den Geruch seines Parfums ein. Sofort fühlte ich mich irgendwie sicher und geborgen. Meine Lider wurden immer schwerer und der Schlaf kroch langsam in mir hoch. Ich fühlte Björns Atem in meinen Haaren und er drückte mich fester an sich „Ich lass dich nie mehr los.“

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