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Kapitel 45
„Wenn Kuchen reden müssen Krümel schweigen“


* Sara *

Müde rieb ich mir über die Augen, während ich in einem überfüllten Saal irgendwo in Zakopane saß, wo ein polnischer Radiosender gerade das norwegische Team interviewte. Wenn es nicht so verdammt kalt wäre und sich Björn nicht wie mein persönlicher Bodyguard fühlen würde, wär ich ja auf eigene Faust zurück ins Hotel gegangen. Aber seitdem mich meine Grippe so umgehauen hatte, wich er mir kaum noch von der Seite. Wahrscheinlich hatte er nur Angst, dass ich nochmal bei einem Österreicher im Bett lande. Und bei Gott, da müssten die mich schon bis zur Besinnungslosigkeit abfüllen, bevor das passiert.
Also wartete ich geduldig das Interview und die Autogrammstunde ab, bevor mich Björn dick in seine Jacke einpackte und in den Bus verfrachtete.
Muffi und Tom bewarfen sich während der ganzen Fahrt mit kleinen Papierkügelchen, bis Roar mit den Wort „Hört auf jetzt, sonst tut ihr euch noch weh.“ in den Kampf eingriff. Hatte wohl nicht damit gerechnet, wie schnell die zwei sich gegen ihn verbünden können. Ich hatte meinen Kopf an Björns Schulter gelegt und schloss die Augen, Björn bekam eh von nichts etwas mit, da er seine Kopfhörer aufgesetzt und den MP3 Player eingeschaltet hatte. Er war heute schon den ganzen Tag so still. Sein Formtief wirkte sich mittlerweile erheblich auf seine Stimmung aus und er wirkte irgendwie distanziert, fast abweisend.
Im Hotel angekommen verabschiedete sich Björn direkt nach oben und auch die anderen Norweger machten einen geschafften Eindruck. Komisch, ich war urplötzlich fast wieder munter.
Unentschlossen stand ich in der Lobby, als plötzlich Lea und Jussi in Harris Begleitung aufkreuzten. Naja, irgendjemand muss ja auf den Kleinen aufpassen.
„Hallo du Verräterin..“ Jussi umarmte mich und grinste spöttisch.
„Wann wirst du dich je an die Norweger gewöhnen?“ Ich verdrehte die Augen und umarmte auch Lea.
„Also eigentlich meinte ich die Österreicher....“ Abrupt hielt ich in der Bewegung inne und starrte ihn mit offenem Mund an.
„Das... das... war... Da konnte ich nichts dafür!“ verteidigte ich mich und sah in das entsetzte Gesicht von Harri. „Wenn du nicht gleich den Mund zu machst, werden deine Milchzähne sauer.“ zischte ich.
„Also... Norweger sind ja schon ne Plage, aber Österreichter? Perkele.... und mit sowas seid ihr befreundet?“ Er sah abwechselnd zu Jussi und dann zu Lea.
Ich sah erst ihn und dann die beiden genervt an „Was ist das denn für eine Pfeife?“
Jussi grinste nur hämisch „Liegt in seiner Natur. Wir Finnen sind das einzig wahre.“
„Ja, sieht man... deswegen seid ihr auch so erfolgreich...“
„Kann man ja von diesem Norweger jetzt auch nicht gerade behaupten....“ stichelte der Zwerg weiter und sah mich herausfordernd an.
„Werd du erstmal volljährig und dann unterhalten wir uns nochmal über Erfolg.“ grinste ich und ging zum Fahrstuhl.
„Ich BIN volljährig!“ brüllte Harri mir hinterher, bevor ich im Fahrstuhl verschwand.
So eine Pfeife, irgendwo in Finnand muss es eine Fabrik geben, in der sie nur kleine, wie Kinder aussehende Spinner heranzüchten, nur Matti scheint aber nicht von da zu kommen, der sieht ja weiß Gott nicht wie ein Kind aus... Ich schlenderte den Flur entlang und schloss meine Zimmertür auf, Björn lag auf seinem Bett und hatte die Augen geschlossen. Die Musik war so laut gedreht, dass ich trotz seiner Kopfhörer ohne Probleme mithören konnte.
Ich wollte mich gerade auf mein Bett legen, als mein Handy klingelte. Hastig fischte ich es aus meiner Handtasche und nahm ab.
„Hei, Sara! Was machst du grad?“
„Hmm, ich überleg grad wie weit ich mein Handy werfen muss, damit ich das Klingeln nicht hör.“
„Was hast du fuer ein Modell?“
„Öh... Nokia?“ Irgendwie ging dieses Gespräch in die falsche Richtung...
„2 Meter bis gegen die Wand dürften reichen...“ gab Matti zurück und ich fragte mich, was er eigentlich um diese Zeit von mir wollte.
„Matti, was gibts?“
„Arttu und mir ist langweilig, außerdem funktioniert der Fernseher aufm Zimmer nicht.“
„Ich werd euch aber nicht die Filmchen nachspielen, die ihr da immer so guckt...“
Am anderen Ende herrschte Stille, als ob Matti überlegen müsste, was er jetzt antwortet. Hab ich etwa ins Schwarze getroffen? Hehe... Schließlich ertönte ein „Schade“ und ich grinste unnötigerweise ins Telefon. „Kommst du trotzdem rüber?“
5 Minuten später stand ich vor Mattis und Arttus Zimmertür.
„Der Abend ist gerettet...“ Matti grinste mich verschwörerisch an und ließ mich rein. Arttu lag auf dem Bett und las in irgendeinem Buch, legte es jedoch beiseite, als ich das Zimmer betrat.
„So, und was machen wir jetzt?“ Ich ließ mich neben Arttu fallen und sah Matti neugierig an, der zuckte nur mit den Schultern. „Trinken?“
Ich fing ein breites Grinsen von Arttu auf und fragte mich wieder einmal, ob Finnen auch noch an irgendetwas anderes außer Alkohol denken. Doch mir fiel nichts besseres ein und deshalb besorgten wir uns an der nächsten Tankstelle eine Flasche polnischen Vodka. Widerliches Zeug, wie ich eine halbe Stunde später feststellen sollte. Arttu, Matti und ich hatten uns auf den Boden gesetzt und spielten Poker. Wer gewinnt durfte sein Glas leeren. Zum Glück war ich relativ schlecht im Kartenspielen und so waren es Matti und Arttu die schon leicht beschwipst waren, während ich immer brav die Gläser nachfüllte.
„Hmm... vielleicht sollten wir mal über andere Einsätze nachdenken...“ schlug Arttu plötzlich vor, Matti und ich sahen ihn überrascht an.
„Zum Beispiel?“ hakte ich nach, doch Arttu machte ein ahnungsloses Gesicht.
„Strippoker“ leuchtete es in Mattis Gesicht auf und ich verschluckte mich prompt an einer Erdnuss.
„Ihr habt aber schon mitbekommen, dass ich 4 mal nacheinander verloren hab?“
„Deshalb ja“ grinste Arttu mit glasigen Augen und teilte die Karten erneut aus. Wie gemein.. na denen werd ich es zeigen.
„Na los, jetzt gehts um was.“ grinste ich und nahm meine Karten.
Etwa 2 Stunden später fehlten bei Matti Shirt, Hose und Strümpfe während Arttu und ich gerade um unsere Hosen spielten.
„Gewonneeeen!!“ jubelte ich, als Arttu mit einem Grummeln passte.
„Ich will Revanche!“ drohte er und mischte die Karten nochmal.
„Ohne mich, ich hab zu viel zu verlieren“ Matti hob abwehrend die Hände und setzte sich hinter mich „Damit du das Spiel auch noch gewinnst“ flüsterte er und sah mir über die Schulter. Mein Blick fiel auf die Flasche Vodka, die nur noch zu einem Viertel gefüllt war. Wann haben wir denn das alles getrunken? Seltsam... Mattis Hände ruhten auf meinen Oberschenkeln, nur ab und an zeigte er mit dem Finger auf eine meiner Karten.
„Verräter“ zischte Arttu grinsend und nahm einen Schluck aus seinem Glas. Mein Kopf glühte, was wohl an meinem ebenfalls hohen Alkoholpegel lag. Ich lehnte mich gegen Matti und schloss kurz die Augen, war wohl ein bisschen viel von dem Vodka.
Plötzlich klopfte es und ehe wir uns umsahen stand Tommi mit Jussi und dem Zwerg von vorhin in der Tür. Während Tommi einen Gesichtsausdruck machte, an dem man nicht erkennen konnte, ob er lachen oder toben würde, biss sich Jussi auf die Lippe um nicht loszugröhlen. Der Zwerg starrte abwechselnd mit aufgerissenen Augen zwischen Arttu, Matti und mir hin und her.
„Ich... wir... das ist ganz anders als es aussieht..“ stammelte Matti und zog sich seine Klamotten an. Anders? Was hat der denn damit zu tun? Und welchen meint er überhaupt? Ich fasste mir an die Stirn, weil mir ein bisschen schwindelig wurde. Arttu saß immernoch vor mir und sagte gar nichts. Aber ich konnte erkennen, wie er krampfhaft versuchte nicht zu lachen.
„Lappi, anziehen!“ befahl Tommi und warf auch gleichzeitig Jussi und den Zwerg raus aus dem Zimmer. Wieso war mir eigentlich so kalt? Ich sah Arttu zu, wie er sich Hose und Shirt anzog, bis ich schließlich an mir herunter sah. Urplötzlich weiteten sich meine Augen, als ich feststellte, dass ich in Jeans und BH vor dem finnischen Trainer saß.
Ich schnappte mir mein Shirt vom Boden und zog mich schnell wieder an.
„Hautamäki, Lappi, Sara. Hinsetzen!“ Wir drei nahmen auf der Bettkante Platz und Tommi schritt wie ein Armee Oberst vor uns auf und ab. „Ich weiß, als Springer braucht man ab und an mal ein bisschen Ablenkung, und wenn dann da ein hübsches Mädchen auftaucht lässt man sich ja leicht mal verführen...“
„Aber..“ warf ich ein, wer will hier wen verführen? Hatte ich diese blöde Idee mit dem Strippoker?
„Ruhe, wenn der Kuchen redet, haben die Krümel die Klappe zu halten!“
Arttu biss sich wieder auf die Lippe und auch Matti unterdrückte ein Prusten.
„Wo war ich....“ Tommi fasste sich an die Stirn und dachte nach. „Ach ja... gegen weiblichen Besuch hab ich grundsätzlich nichts einzuwenden....“ Arttu und Matti atmeten erleichtert aus. „... aber an einem Wettkampfwochenende gibt es verdammt nochmal keinen Alkohol! Ist das klar??“
„Klar, Chef.“ sprachen die beiden synchron und nickten ergeben.
„Die Fahrt hierher war schon anstrengend genug, also ruht euch gefälligst aus.“
Wieder nickten die beiden und ich war überrascht, dass sie sich so ergaben.
„Und nun zu dir...“ Tommi baute sich vor mir auf und machte ein böses Gesicht.
„Ja, Chef?“ witzelte ich und sah aus den Augenwinkeln, wie Matti und Arttu kicherten.
„Wenigstens die Rollenverteilung ist inzwischen klar.“ stellte Tommi fest und ging vor mir in die Knie, um mir in die Augen sehen zu können. „Wenn du das norwegische Team aus der Bahn wirfst, schön. Man sieht ja an Herrn Romoeren, wie sich das äußert. Aber mit meinem Team machst du das nicht, klar?“
Ich schluckte und versuchte die Tränen zurück zu halten, die in meinen Augen aufstiegen.
„Also, Tommi, dass ist jetzt nicht fair.“ schaltete sich Arttu ein und legte eine Hand auf meinen Arm.
„Was hab ich vorhin über Krümel und Kuchen gesagt?!“ fuhr Tommi ihn an, doch Arttu streckte angriffslustig das Kinn vor.
„Matti und ich haben Sara gebeten vorbei zu kommen, auch der Alkohol war unsere Idee. Sie kann nichts dafür.“
„Pah, du hast ja auch nicht mitbekommen, was hier letzte Saison so los war. Sie hat einen schlechten Einfluss auf euch.“
„So ein Blödsinn!“ mischte sich jetzt auch Matti ein. „Lass Sara in Ruhe!“
Die drei vertieften sich in einen handfesten Streit, so dass ich unbemerkt nach draußen schleichen konnte, dort lehnte ich mich gegen die Wand neben der Tür. An Tommis Worten hatte ich schwer zu knabbern. Ich hatte es nie von dem Standpunkt aus gesehen, war ich vielleicht wirklich Schuld an Björns Formtief? Die Zimmertür öffnete sich wieder und ich erwartete eigentlich, dass Tommi mit seiner Moralpredigt fortfuhr, doch plötzlich stand Arttu neben mir.
„Bist du okay?“
Ich schüttelte nur den Kopf, da in meinem Hals ein großer Kloß das Sprechen erschwerte. Schnell wischte ich mir über die Augen, damit Arttu nicht sah, dass ich geweint hatte. Ohne ein Wort zog er mich plötzlich an sich und hielt mich fest.


* Lea *

Ich kam grad aus meinem Zimmer und steuerte den Aufzug an, als jemand hinter mir her brüllte, und das auch noch in einem sehr unfreundlichen Ton. „LEA!!!“
Erschrocken fuhr ich zusammen und drehte mich um. Tommi baute sich vor mir auf und sah mich böse an.
„Ehm...ja?“
„Was hast du da drin jetzt noch zu suchen?“
Da ich nicht die geringste Ahnung hatte, was er meinte antwortete ich ganz diplomatisch „Hä?“
„Da...bei Hautamäki und....äh...wer wohnt da noch?“ Tommi deutete auf die Zimmertür.
„Ich“ Na der hatte ja ne miese Laune...welcher Norweger ist ihm da wohl wieder über die Leber gelaufen.
„Achso....aber das du mir ihn nicht ablenkst so wie deine Freundin.“
„Ehm....Jussi springt doch gar nicht mit.“ versuchte ich ihm zu erklären. Der war ja ganz schön durch den Wind.
„Ja siehst du, da ist es schon zu spät. Und wenn ich nicht aufpasse, geht’s unserem Nachwuchs auch bald so.....sitzt diese Norwegerin halb nackt zwischen meinen Jungs und füllt sie ab...“ Kopfschüttelnd und fluchend machte Tommi sich von dannen. Völlig perplex stand ich auf dem Hotelflur....die einzige „Norwegerin“ hier war Sara soweit ich weiß....sie saß halb nackt zwischen Finnen??

„...und dann hat Tommi die Tür aufgerissen und Matti, Arttu und Sara saßen mit Vodka auf dem Boden und spielten Strippoker.“ Ich lief grad den Schanzenauslauf entlang in Richtung Springerlager, als Jussi mir die ganze Story von gestern erzählte.
„Lea warum haben wir nie Strippoker gespielt?“ grinste Jussi, bevor wir den finnischen Container betraten.
„Weil ich kein Spiel brauchte um dich nackt zu sehen.“ antwortete ich, bevor wir in die entsetzten Augen des finnischen Teams blickten.
„Igitt.“ und damit verließ Janne Ahonen den Container.
„Hey wie wär es wenn wir zwei mal Strippoker spielen.“ witzelte Ville und legte einen Arm um mich.
„Nee lass mal. Da weiß ich nicht ob ich gewinnen oder lieber verlieren will.“ Ich setzte mich neben Harri, der gerade mit Sara diskutierte...hmm...ich hab das Gefühl, die beiden mögen sich nicht sonderlich.
„Also Jungs......“ Tommi betrat den Container „Sara? Lea? Was macht ihr schon wieder hier?“ Er machte einen mehr als angesäuerten Gesichtsausdruck, als er uns bemerkte. Wir hielten es für ratsamer zu verschwinden, bevor der Kuchen..ehm...Tommi uns noch raus schmeißt.
Vor dem Container zog ich den Reißverschluss meiner Jacke hoch, denn es war verdammt windig und kalt. „Mit dem ist zur Zeit nicht gut Kirschen essen huh?“
„Wahrscheinlich ist mit ihm zur Zeit nicht mal gut Vodka trinken..“ witzelte Sara während wir uns ins Bierzelt verdrückten, denn das war grad der einzige Ort der warm war und an dem wir uns auch aufhalten durften.

Das Springen wurde nach dem ersten Durchgang abgebrochen, da ein junger Tscheche schwer gestürzt ist und es aufgrund der Wetterverhältnisse unverantwortlich war, den Wettkampf durch zu ziehen. Hoffentlich war der Sturz nicht allzu schwer. Bisher wusste noch niemand etwas genaues und sämtliche Trainer und Verantwortlichen waren in heller Aufregung.
Ich lag in meinem Bett und versuchte was vom polnischen Fernsehprogramm zu verstehen...allerdings war da selbst finnisch noch leichter. Dann klopfte jemand an der Tür. Wahrscheinlich hatte Jussi seinen Schlüssel vergessen.
„Oh Harri....was machst du denn hier?“
„Ich dachte du langweilst dich und brauchst ein bisschen Abwechslung im tristen Hotelleben.“
„Die da wäre?“ Ich schaute ihn skeptisch an. Grinsend zauberte Harri ein Six – Pack Bier hervor.
„Du riskierst wohl gern dein junges Leben was? Naja komm rein, bevor dein Chef hier noch vorbei kommt.
„Sag mal....warum bist du nicht mehr mit Jussi zusammen? Wenn ich fragen darf...“
„Ehm...naja...weil ich nicht bereit war mich fest zu binden...denk ich...“
„Hmm....Liebst du ihn denn gar nicht mehr?“ Ich verschluckte mich an meinem Bier...auf sowas war ich nun weiß gott nicht vorbereitet.
„Tut mir leid....geht mich ja auch nix an. Ich werd mal gehen, bevor Tommi hier noch auftaucht.“ Harri stand auf und war auch schon aus dem Zimmer verschwunden, bevor ich ihm überhaupt Tschüß sagen konnte. Manchmal war Harri schon irgendwie...naja...anders. Aber diese Frage hat mich schon etwas aus der Bahn geworfen. Darüber hatte ich mir bisher noch nie wirklich Gedanken gemacht. Liebe ich Jussi noch? Liebt er mich vielleicht noch? Ich beschloss mich auf die Suche nach Sara zu machen. Vielleicht konnte sie mir darauf ja eine Antwort geben. Psychoanalysen lagen Sara bisher immer gut und es machte ihr auch früher immer Spaß meine verquere Psyche auseinander zu nehmen und zu analysieren.
Meine erste Anlaufstelle war ihr Zimmer, allerdings öffnete dort niemand die Tür...na hoffentlich ist sie nicht wieder bei Arrtu und Matti. Ich beschloss erstmal in der Lobby weter zu suchen.

„Isch kan ihn sagn...Trainer is kain laischter bruf...“ Das kann doch....das ist doch Tommi! Er saß an der Bar und schwankte schon gefährlich auf seinem Barhocker hin und her.
„Tommi ist alles ok?“
„Un das is das schlimmste....deswegn geht die Männerwelt noch zugrunde. Is nisch bös gemeint Lea.“ Offensichtlich hatte Tommi einmal zu tief ins Glas geguckt und schüttete den Barkeeper sein Herz aus, der schon etwas genervt guckte.
„Nimm den bloß mit. Die Bar macht eh gleich zu.“ meinte er schließlich, als er mitbekam, dass ich seinen Gast kannte.
„Trainer Tommi? Ich bring dich besser auf dein Zimmer.“ Ich half ihm vom Hocker und stützte ihn ab, da er nicht mehr in der Lage war sich aus eigenen Kräften auf den Beinen zu halten.
„Spielen wir dann Strippoker?“ Tommi grinste dreckig und hauchte mir seine Alkoholfahne entgegen. Vor lauter Schreck ließ ich ihn los, so dass er vornüber kippte und mit einem lauten rums auf dem Boden landete.
„Aua...war doch nur n Witz...“ Ich zog ihn wieder hoch und schleppte ihn Richtung Aufzug.
„Sind wir aufn Schiff? Hier dreht sisch ja alles...“ Und auch Tommi drehte sich einmal im Kreis, als wir vor seinem Zimmer angekommen sind. Er versuchte verzweifelt sein Zimmer zu öffnen, verfehlte jedoch immer knapp das Schlüsselloch, bis ich ihm schließlich das Zimmer aufschloss und er hinein taumelte, auf sein Bett fiel und im nächsten Moment war nur noch ein gleichmäßiges Schnarchen zu hören. Ich schloss die Tür und ging zurück in mein Zimmer. „Zwei betrunkene Finnen kurz hintereinander ins Zimmer geschleppt...ich sollte das Land wechseln...hier wird zu viel getrunken.“
Ich legte mich auf meine Seite des Bettes und schaute noch einmal zu Jussi, der bereits tief und fest schlief.

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